Andacht zu Ostermontag

von unserem Vikar Sascha Ebner

Trinitarischer Gruß

Im Namen Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Wochenspruch (Offb 1,18)

"Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle."

Wochenlied (EG 116)

Er ist erstanden, Halleluja

Predigttext (Lk 24,36-45)

  • 36) Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!
  • 37) Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.
  • 38) Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?
  • 39) Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.
  • 40) Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
  • 41) Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?
  • 42) Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.
  • 43) Und er nahm's und aß vor ihnen.
  • 44) Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen.
  • 45) Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden.

Auslegung

„Habt ihr hier etwas zu essen?“ Nach allem, was zuletzt passiert ist, wirkt diese alltägliche Frage überraschend. Aber Jesu Bedürfnis nach Speis und Trank bringt die entscheidende Veränderung seit Karfreitag zum Ausdruck: Wer wieder Hunger und Durst hat, in den ist das Leben zurück gekehrt. Jesus ist von den Toten auferstanden! Die Jünger sind sprachlos vor Freude; kein einziges Wort von ihnen ist uns im Text überliefert. Jesus ist es, der die Initiative ergreift und seinen Anhängern die Augen öffnet, damit sie das Geschehene begreifen können.

Wie wir uns einen auferstandenen Menschen vorzustellen haben, ist schwer zu sagen. Auch die Evangelisten tun sich schwer damit, Jesu Erscheinungen vor seinen Jüngerinnen und Jüngern verständlich darzulegen. Einerseits scheint er sich so sehr verändert zu haben, dass er selbst von einigen seiner engsten Gefolgsleute wie z.B. Maria Magdalena nicht mehr erkannt wird (vgl. Joh 20,14); andererseits scheinen die Jünger in der vorliegenden Erzählung am Ende keinen Zweifel mehr zu haben, dass sie gerade ihrem Herrn begegnet sind.

All unsere Vorstellungen vom Leben nach dem Tod bleiben vage und abstrakt. Wir können es nicht erfassen, wie wir im Himmel sein werden. Aber als Christinnen und Christen glauben wir daran, dass das, was uns während unseres irdischen Lebens ausgemacht hat, auf irgendeine Weise an einem anderen Ort weiter lebt. Ob wir dort mit unserem Erlöser gebratenen Fisch essen und dazu einen Schoppen Wein trinken (vgl. Mk 14,25) oder uns wie die Engel von Luft und Liebe ernähren werden (vgl. Mk 12,25), wissen wir nicht – und wahrscheinlich ist das am Ende auch nicht entscheidend. Denn das, worauf wir uns in jedem Fall verlassen können, ist Jesu Zusage, dass es uns im Himmelreich gut gehen wird. 

Gebet

Guter Gott! An Ostern feiern wir die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus.
Wir bitten dich: Lass auch uns, wenn wir unseren Weg hier auf Erden zu Ende gegangen sind, ins Himmelreich gelangen!
Tröste diejenigen, die um verstorbene Familienmitglieder und Freunde trauern, durch den Glauben an die Auferstehung!
Hilf uns dabei, unser Leben in vollen Zügen zu genießen, ohne dabei das Ziel der Vollendung in deinem ewigen Reich aus den Augen zu verlieren! Amen.

Vaterunser

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.