Ostersonntag 12.04.2020

mit Dekan Stefan Kirchberger

Wochenspruch

"Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle."  Offb 1,18

Wochenlied

EG 101 - Christ lag in Todesbanden

Evangelium

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.
2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

    Mk. 16, 1-8 Die Botschaft von Jesu Auferstehung

Bild © Gottesdienstinstitut Nürnberg

Auf uns wartet das Leben

Die Botschaft der Auferweckung Jesu von den Toten klärt nichts, löst keine Probleme, beantwortet keine Fragen. Wie lange wir noch Ausgangsbeschränkungen hinnehmen müssen, werden Politiker entscheiden.
Auf welche Weise Covid-19 bekämpft werden kann, müssen Ärztinnen erforschen. Warum so ein Virus entsteht und sich für uns Menschen dermaßen bedrohlich entwickelt, ist eine Frage für Biologen. Die Botschaft der Auferweckung Jesu von den Toten klärt hier nichts, löst keine Probleme, beantwortet keine Fragen.

Allerdings ist der Ruf „Christ ist erstanden“ in diesen Tagen besonders notwendig. Er erzählt nämlich von den Möglichkeiten Gottes. Das neue Leben – von Corona gereinigt und von Leiden, Schmerzen, Depressionen, Ängsten, sogar von der Sterblichkeit befreit - das neue Leben kommt nicht aus der Welt, sondern in die Welt.

 „Er ist auferstanden, er ist nicht hier“. Ein junger Mann in einem langen weißen Gewand unterrichtet drei Frauen am Ostermorgen in Jesu Grab. Sehr zurückhaltend zeichnet ihn der Evangelist Markus. Gerade so irdisch, dass sie ihn vernehmen können, und doch so himmlisch, dass klar ist:

Seine Botschaft kommt nicht aus der Welt, sondern in die Welt. Diese Botschaft ist in unseren Tagen besonders notwendig. Sie erzählt nämlich von den Möglichkeiten Gottes.

Die ersten Zeuginnen der Nachricht von Jesu Auferweckung zittern vor Entsetzen. Zu Recht. Jesu altes Leben ist am Kreuz gestorben. Das haben sie doch gesehen. Aber der Vater im Himmel reißt Jesus aus Grab und Tod heraus. Er stellt ihn in einem neuen Leben an seine Seite.  Das lässt sich nicht aus unserer vertrauten Welt ableiten, begründen, erahnen. Das lässt sich auch nicht einfach so sehen.

Die drei Frauen am Grab erfahren die Möglichkeiten Gottes. Nicht nur der Tote ist verschwunden. Der Tod ist weg. Eine vollkommen unglaubliche Botschaft! Und zugleich hören wir sie als Nachricht, die das ganze Herz erfüllt. Die Welt, wie wir sie kennen, vergeht. Aber das Leben bleibt. Es bleibt, weil Gott seinen Sohn Jesus dem Tod entreißt, weil er ihn verwandelt und erneuert in der Kraft seiner Liebe.

Sie haben Zweifel? Das ist gut. Die Botschaft der Auferweckung Jesu von den Toten klärt nichts, löst keine Probleme, beantwortet keine Fragen. Sie lässt uns stutzen und aufhorchen. Sie weckt Erwartungen an die Möglichkeiten Gottes. Sie hält offen, dass diese Welt, ob mit oder ohne Corona, noch lange nicht alles ist. Die Osterbotschaft lautet in einem Satz:
Auf uns wartet das Leben.

Dekan Stefan Kirchberger

Gebet

Jesus Christus, du Auferstandener!
Du machst alles neu.
Wir loben dich
und feiern deinen Sieg über den Tod.

Jesus Christus, du Auferstandener!
Wir loben dich und bitten dich:
Stimme in uns das Lied der Freude an.
Stimme in den Trauernden das Lied der Freude an.
Stimme in den Traurigen das Lied der Freude an. Du bist unser Trost und Leben.
Gelobet sei Christus, Marien Sohn! (EG 100)

Jesus Christus, du Auferstandener!
Wir loben dich und bitten dich:
Stimme in uns das Lied der Hoffnung an.
Stimme in den Enttäuschten das Lied der Hoffnung an.
Stimme in den Kranken das Lied der Hoffnung an.
Du bist unsere Hoffnung und unsere Freude.
Gelobet sei Christus, Marien Sohn!

Jesus Christus, du Auferstandener!
Wir loben dich und bitten dich:
Stimme in uns das Lied der Auferstehung an.
Stimme in den Sterbenden das Lied der Auferstehung an.
Stimme in deiner ganzen Schöpfung das Lied der Auferstehung an.
Du bist die Tür zum Leben.
Gelobet sei Christus, Marien Sohn!

Jesus Christus, du Auferstandener!
Wir loben dich und bitten dich:
Stimme in uns dein Friedenslied an.
Stimme in den Herzen der Mächtigen dein Friedenslied an.
Stimme an den Orten von Hass und Gewalt dein Friedenslied an.
Du bist der Friede, der die Welt durchdringt und verwandelt.
Gelobet sei Christus, Marien Sohn!

Jesus Christus,
du Auferstandener!
Mit deiner ganzen Kirche beten wir:

Vater unser im Himmel

Segen

Der Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne und behüte dich.
Er begleite dich mit seiner unerschöpflichen Liebe.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Seine Güte schafft neues Leben.
Gott wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.
Schutz und Schirm vor allem Bösen.
Stärke und Hilfe zu allem Guten.
Sei gesegnet! Geh in Frieden!